| Okt. 12, 2009
/ Allgemeines
Nicht mehr hinkucken
Auch gefragt: Die Tugend des Wegsehens
Da gibt es im Internet Leute, denen kann man dabei zusehen, wie sie ihre eigenen Exkremente essen... Und das tun die einfach so. Die nehmen da kein Geld für. Gut, sie zahlen auch nichts dafür, außer dem bisschen Geld, was heute jeder ausgibt für einen PC, Internetanschluss, Webcam. Und dann stellen sie sich zur Schau. Und irgendwer sieht sich das an. Ich habe es auch gesehen, zugegebenermaßen, sonst könnte ich es ja schlecht hier erwähnen. Allerdings nicht lange. Ich weiß nicht, ob es irgendwie getrickst war und es interessiert mich auch nicht. Ich habe die Schnauze so voll, von lustigen Filmchen, die irgendwer gedreht, montiert und trickgeschnitten hat, damit es wirklich so aussieht, als ob irgendwo irgendwer vor die Wand klatscht oder durch den Wolf gedreht wird oder was weiß ich. Klar, schon in den ersten "Klickies", als sie noch schwarzweiß und stimmlos waren, da fielen die Leute in Haufen aus Nägeln, rannten sich an Wänden den Schädel ein, kriegten Holzplanken von vorn und von hinten gegen die Köpfe und, und, und... Aber das war WITZIG. "Es ist nicht mehr lustig, wenn es böse ist", hat der große Peter Ustinov mal gesagt. Das scheint aber nicht mehr zu gelten. Und das, glaube ich, kann ich an diesen Filmchen nicht mehr akzeptieren. Es gibt Sachen, die sind nicht mehr lustig. So wie Stefan Raab manchmal. Oder Ingo Appelt. Guido Westerwelle. Die SPD. Oder damals, Franz-Josef Strauß. Eben noch nie, die CDUCSU. Und die alten und neuen Faschisten. Der Bundesnachrichtendienst. Der Verfassungsschutz. Berufsverbot. CS-Gas. Volkszählung. CIA. Todesstrafe. Kukluxklan. Und bevor jetzt hier die Motten aus der Kiste fliegen, höre ich mal mit der Zusammenfassung auf. Aber irgendwie, gibt es nur eins, was man dagegen tun kann, finde ich: Öfter mal wegsehen. Es gibt genug zum Hinschauen, wirklich. Dinge wachsen mit der Aufmerksamkeit, die man ihnen widmet... Dazu habe ich mal folgendes gelesen: Alles in dieser Welt ernährt sich von Aufmerksamkeit. Wenn du also etwas anschaust, dich ihm zuwendest, gibts du ihm dadurch Kraft. Du fütterst das, was du siehst. Es wird also Zeit, dass wir auch die Verantwortung dafür übernehmen, was wir mithilfe unserer Aufmerksamkeit gefüttert und großgezogen haben." (Kim Barkmann) Und das gilt mittlerweile für so vieles, dass mir schlecht werden könnte. Eigentlich müsste sollte ich mir den ganzen Tag die Augen auswaschen, bevor ich den Blick von einer zu anderen Sache lenke... Dazu fällt mir noch mehr ein, aber nichts mehr, was ich jetzt noch schreiben könnte. HM
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